Herzlich Willkommen bei uns!



Gottesdienst am Sonntag um 11:00 Uhr 


Liebe Gemeinde,
sehr geehrte Damen und Herren,

da uns Ihre Gesundheit sehr am Herzen liegt, gelten für den Gottesdienstbesuch folgende Regeln: 

  • max. Teilnehmerzahl 50 Personen,
  • Eintragung in einer Teilnehmerliste,
  • bitte Maske tragen, 
  • Abstand von 1,5 Metern einhalten,
  • Derzeit leider ohne Abendmahl und Gesang.


Bleiben Sie gesund und wohl behütet unter Gottes Segen!

Ihre Evangelische Nazareth-Kirchengemeinde



Wochenspruch zum 18. Sonntag nach Trinitatis

Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe. (1. Johannesbrief 4, 21)

Liebe Gemeinde,

Wer will sich bei der Liebe schon in die Karten schauen lassen? Ist das nicht reine Privatsache, wen ich wie liebe? 

Jesus redet viel und öffentlich von der Liebe. Und sie steht bei ihm immer auf dem Prüfstein. Ist das, was wir ‚Liebe‘ nennen, wirklich Liebe? Woran erkennt man denn ‚Liebe‘?

Wenn Jesus von ‚Liebe‘ redet, dann immer im ‚Gesamtpaket‘ – von der Liebe zu Gott, der Liebe zu anderen Menschen und der Selbstliebe. Bei ihm ist das ein Reigen, ein Kreis, der sich schließt. Ein Kreis, der sich nur so schließt. Dieser ‚Liebesreigen‘ ist der Prüfstein. Liebe nur in eine Richtung funktioniert nicht, sagt er. Da ist die eine Form der Liebe abhängig von den anderen, verquickt und verbunden mit ihnen. Wer also glaubt, dass Liebe nur zu einer Person, einem Menschen, Liebe nur in eine Richtung ausreichend und perfekt ist, der erliegt schon einem Selbstbetrug. 

Und wenn wir ehrlich sind, dann ist unsere Liebe zu einem Menschen keineswegs immer nur reine Liebe zum andern. Da gibt es auch den starken Wunsch, vom Gegenüber Aufwertung und Stärkung des eigenen Selbst zu bekommen. Manchmal kommt selbst in unseren engsten Liebesbeziehungen viel Eigenliebe ins Spiel. Und sogar wer aus ‚Nächstenliebe‘ einem anderen in der Not hilft, ist in der Gefahr, nach Anerkennung zu schielen und damit den Hilfsbedürftigen zu missbrauchen, um sich selbst und andern zu beweisen, wie ‚gut‘ man doch ist. 

Und wie ist es mit unserer Liebe zu Gott? Haben wir offene Sinne für alles, was er uns geschenkt hat?  Unsere Gesundheit, unser Zuhause, unsere Familie, unsere Begabungen? Wie zeigen wir Gott unsere Liebe? Geht das allein im stillen Kämmerlein, im Gebet, bei Besuchen von Gottesdiensten? Im Rückzug ins Innere? 

Jesus legt den Prüfstein des ‚Liebesreigens‘ an: Du sagst, du liebst Gott? Dann zeig mir, wie du es mit der Liebe zum Nächsten hältst. Du bekommst so viel von Gott und du gönnst deinem Nachbarn, den du nicht leiden kannst, sein Glück nicht? Wenn du deine Mitmenschen nicht annehmen kannst, dein Herz nicht weit machen willst für Menschen in Not, dann solltest du über deine Liebe zu Gott noch einmal nachdenken. 

Denn Gottesliebe zeigt sich in deiner Liebe zu deinen Mitmenschen. Und deinen Nächsten kannst du nur lieben, wenn du dich selbst liebst und dich annehmen kannst, so wie du bist - und wie auch Gott ja zu dir sagt. So schließt sich der Kreis der Liebe, und nur so. 

Gar nicht so leicht mit der Liebe. Und was die Liebe ist, das müssen wir wohl zeitlebens immer wieder neu lernen - oder besser ausloten. Prüfen, ob da alles im richtigen Gleichgewicht ist. Lassen wir uns ruhig einmal in die Karten schauen, um ein glücklicher Mensch der Liebe zu werden.

Es grüßt Sie herzlich, Ihre Pfarrerin Judith Brock





Kurzportrait unserer neuen Pfarrerin 

Eva Finkenstein

Liebe Nazarethgemeinde,

alles neu macht der Mai! Für mich in diesem Jahr tatsächlich: Ab dem 16. Mai werde ich bei Ihnen  als Pfarrerin mit 50% im Entsendungsdienst arbeiten. 

Im Moment lebe ich noch in Leipzig, freue mich aber sehr, bald nach Berlin zu ziehen. Franz von Suppés Aufforderung „Du bist verrückt mein Kind, du musst nach Berlin!“ trifft mich gewissermaßen ins Herz. Und so wird dieses zwar auch etwas schwer beim Gedanken, das gemütliche Leipzig zu verlassen - doch zugleich von Vorfreude auf den quicklebendigen Kiez rund um den Leo und die neue Arbeit bei Ihnen erfüllt!

Eine tabula rasa ist Berlin für mich nicht. Aufgewachsen in einem Mecklenburger Pfarrhaus, bin ich von dort zum Theologiestudium nach Leipzig, Montpellier und anschließend nach Berlin gezogen. Und wie es der Zufall will, habe ich bereits als Studentin hier im Wedding gelebt - und das ausgesprochen gern!

Nach dem Studium hat mich mein Weg zunächst nach Kopenhagen und Lübeck geführt. Dort habe ich als Gemeindepraktikantin dem Wunsch, Pfarrerin zu werden, nachgespürt und ihm - nach einem kleinen Abstecher ins Designmöbelmarketing - schließlich nachgegeben, was mich ins Vikariat nach Dresden führte.

Meiner Liebe zu Seitenwegen bin ich aber treu geblieben: Statt direkt dem Pfarramt, habe ich mich nach dem Vikariat erstmal der Wissenschaft verschrieben. Seit zwei Jahren widme ich mich in Leipzig und Halle meiner Promotion, die restliche Arbeit daran bringe ich nun mit nach Berlin. Sollten Sie sich also fragen, wo ich bin, wenn Sie mich nicht in der Gemeinde finden: bestenfalls zuhause am Schreibtisch oder in der Bibliothek! Ansonsten vielleicht auf dem Fahrrad, am Klavier oder mit Freund*innen unterwegs in der kulturellen Vielfalt Berlins, die mich - normalerweise - regelmäßig begeistert.

An der Arbeit als Pfarrerin begeistert mich die Vielfalt der Möglichkeiten, miteinander Räume zu entdecken, zu öffnen und zu gestalten: im Gespräch, bei der Bewältigung von Lebenssituationen, bei der Sorge füreinander und für unsere Nächsten. Ich wünsche mir, dass Menschen bei uns auf offene Türen stoßen! 

Und ich wünsche mir mit Ihnen eine Gemeinschaft, die Geborgenheit und Innehalten genauso ermöglicht wie Aufbrüche und Diskussion. Auf unsere Begegnung und ein Kennenlernen freue ich mich sehr!

Bis dahin kommen Sie gut durch diese ungewöhnliche Zeit und bleiben Sie behütet.

Sehr herzlich, Ihre Eva Finkenstein